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Intakte Auenwälder sind nicht nur in Brandenburg selten geworden. Viele von ihnen wurden in der Vergangenheit entwässert und mussten der Nutzung als Acker-, Weide oder Mahdflächen weichen. Natürlicherweise sind Fluss und Aue eine Einheit und stehen im steten Wechselspiel miteinander. Dadurch, dass viele Fließgewässer begradigt, staureguliert und ausgebaut wurden, ist diese natürliche Dynamik nur noch eingeschränkt vorhanden oder ganz verloren gegangen.

Zu den Aufgaben im Projekt zählt es daher auch, die Struktur von Fließgewässern zu verbessern, um so die flussbegleitenden Auenwälder zu fördern. So wie unterhalb von Zippelsförde, wo der Rheinsberger Rhin träge durch ein vollständig begradigtes und nahezu strukturloses Gewässerbett fließt. Hier hatte die Stiftung auf 1,2 Kilometer Gewässerlänge zwölf Strömungshindernisse einbauen lassen. Dabei handelt es sich um sogenannte Ausfachungsbuhnen aus Erlen- und Robinienstämmen, die abwechselnd an beiden Ufern fest im Rhin verankert wurden. Die verbauten Bäume konnten direkt vor Ort auf Flächen der Piepenbrock Forstbetriebe, einem wichtigen regionalen Partner des Projektes, gefällt werden. Die Firma Biotop- und Landschaftsbau Henry Wengler baute die Stämme  als Hindernisse ein, die nun die Struktur des Gewässers verbessern: Unterschiedliche Fließgeschwindigkeiten schaffen Strömungsvielfalt, Mäander bilden sich und unterschiedliche Materialien wie Sande und Kiese lagern sich ab.

So entstehen neue Lebensräume im und am Rheinsberger Rhin. Wie zum Beispiel für das seltene Bachneunauge. Diese bedrohte Fischart ist auf kiesige Strukturen an der Gewässersohle angewiesen und kann sich nun wieder ausbreiten.

Durch die Baumaßnahme der Stiftung vergrößert sich auch die Zahl anderer Jungfische. Diese nutzen die neu entstandenen Flachwasserbereiche als Kinderstube und finden dort Schutz vor Räubern, die ihnen in das seichte Wasser nicht folgen können. Auch Wasserinsekten finden dort neue Unterschlupfmöglichkeiten. Krebse fühlen sich ebenfalls wohl und Amphibien nutzen derartige Habitate zum Laichen.

„Technisch vergleichsweise unkomplizierte Bauwerke wie solche Buhnen sorgen letztendlich für eine natürlichere Dynamik und mehr Artenvielfalt im Fluss und seiner Aue“, konnte sich Brandenburgs Umweltstaatssekretärin heute von der belebenden Wirkung der Bauwerke überzeugen. Für alle Paddler gibt es übrigens die gute Nachricht, dass sich die Hindernisse auf dem Rhin problemlos umfahren lassen.

In der zweiten Projekthälfte stehen nun größere Maßnahmen wie Altarmanschlüsse am Rheinsberger Rhin und an der Stepenitz an, für die das Team von LIFE Feuchtwälder aktuell die Planungs- und Genehmigungsverfahren voranbringt. Zudem soll in diesem Jahr im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land die Infrastruktur für Wasserwanderer erneuert werden: Der Rheinsberger Rhin erhält mehrere neue Ausstiege für Paddler.

[Quelle: MLUL Pressestelle]

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