Auswirkungen der Schadstoffbelastung des Rummelsburger Sees auf Luftqualität und Umwelt untersucht

Der Rummelsburger See weist aufgrund seiner historischen industriellen Nutzungsgeschichte eine starke Belastung des Seegrundes mit Schadstoffen wie Schwermetallen, Polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) und Mineralölkohlenwasserstoffen (MKW) auf. Das Ausmaß dieser Belastung ist in den vergangenen Jahren durch die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz und die Freie Universität Berlin (Forschungsprojekt RuBuS) intensiv untersucht worden. Um darüber hinaus zu untersuchen, ob sich die Sedimentbelastung auf die Luftqualität auswirkt und zu einer Gesundheitsgefährdung für den Menschen führen kann, hat die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz das Fraunhofer Institut für Toxikologie und experimentelle Medizin (ITEM) und das Fraunhofer Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie (IME) mit einer sogenannten Expositionsanalyse zur gesundheitlichen Risikobewertung beauftragt.

Das Ergebnis der Untersuchungen liegt nun vor. Die wichtigste Botschaft: Der Aufenthalt, das Wohnen oder Freizeitaktivitäten am oder auf dem See (z.B. Segeln) sind nach Bewertung der Ergebnisse gesundheitlich unbedenklich. Dennoch gibt es einige Einschränkungen. So wird von einem, insbesondere täglichen Verzehr, von im See geangelten Fischen abgeraten. Denn insbesondere in fettreichen Fischen, wie z.B. dem Aal, können sich gesundheitsschädigende Substanzen anreichern. Darauf weisen die Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg und Lichtenberg hin, auf deren Gebiet der Rummelsburger See liegt und die für den umweltbezogenen Gesundheitsschutz zuständig sind.

3. BWK Elbetag am 21.11.2019 in Wittenberge

Der BWK-Elbetag ist eine gemeinsame Fachveranstaltung des BWK – Die Umweltingenieure und der deutschen Elbanrainer-Länder. Der Elbetag des BWK geht auf eine Initiative des Landesverbandes Sachsen-Anhalt zurück, der auch Ausrichter des 1. Elbetages war. Im vergangenen Jahr folgte der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern, der die Fachveranstaltung mit über 120 Teilnehmern in Dömitz ausrichtete. Ziel der BWK-Elbetage ist, die Themen Hydrologie, Hoch- und Niedrigwasser, Klima­wandel, Sedimente, Gewässergüte, Schadstoffbelastungen, Ökologie und Durchgängigkeit, Planungen, Maßnahmen und Frühwarnsysteme einzugsgebietsbe­zogen darzustellen und zu diskutieren. Dadurch soll sowohl die Kommunikation von Oberliegern und Unterliegern als auch zwischen verschiedenen Fachbereichen der Wasserwirtschaft gefördert und unterstützt werden. Abwechselnd durch einen der 6 Landesverbände organisiert, soll diese Veranstaltung zu einem regelmäßigen länderübergreifenden Austausch nationaler und internationaler Experten und Interessierten werden. Dabei ist der Grundgedanke, die Themen flussgebietsbezogen und damit auch länderübergreifend in Kooperation mit den zuständigen Ministerien, Behörden, Institutionen, Kommissionen und Arbeitsgemeinschaften zu betrachten. Wasserwirtschaftliche und verkehrswasserbauliche Planungen und Maßnahmen im Einzugsgebiet der Elbe wirken weit über den lokalen Bereich hinaus und sind hinsichtlich ihrer Wirkungen einzugsgebietsbezogen zu betrachten, zu bewerten und zu kommunizieren. Dazu besteht ein hoher Bedarf an Kommunikation und Zusammenarbeit. Der Elebtag steht unter der Schirmherrschaft des Minsters für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg. Weitere Informationen und das Programm des diesjährigen Elbetages finden Sie unter https://www.bwk-bb.de/bwk-elbetag/ auf dieser Seite.

Hochwasserschutz im Oderbruch

Nach den Binnenhochwässern im Oderbruch zwischen 2008 und 2011 galt das Augenmerk der Landesregierung der Erhöhung der Abflussleistung der Vorfluter. Die Volzine, ein Hauptvorfluter im Oderbruch, nimmt eine Schlüsselstellung im Fall eines eintretenden Hochwassers ein. Der heute übergegebene Abschnitt war vor Durchführung der Maßnahme eine Engstelle für die Wasserabführung. Durch die gezielte Verbreiterung wurde die Abflussleistung im Hochwasserfall erhöht.

Entlang des 810 Meter langen Bauabschnitts entnahm die Baufirma IWT GmbH Frankfurt (Oder) im Auftrag des Landesamts für Umwelt 1.800 Kubikmeter Sediment von der Gewässersohle. Zur Verbreiterung des Gewässers wurden weitere 6.600 Kubikmeter Boden abgebaggert. Mit Steinschüttungen und abschnittsweise verlegten Faschinen wurde der Böschungsfuß gesichert und einer schnellen Wiederverlandung entgegengewirkt. Auch die umfangreichen Pflanzungen entlang der Volzine ergänzen die Sicherungsmaßnahmen und haben zudem einen positiven Effekt für den Naturschutz.

Die Maßnahme steht im Zusammenhang mit weiteren Vorhaben zur Verbesserung des Abflussvermögens an den Gewässern I. Ordnung im Oderbruch und wurde im Rahmen des Sonderprogramms Oderbruch aus EU- und Landesmitteln finanziert. Die Baukosten für die Maßnahme belaufen sich auf rund 1,8 Millionen Euro. Die langen Trockenperioden 2018 und 2019 beschleunigten das Bauprojekt, so dass die Maßnahme vorzeitig abgeschlossen werden konnte.

Veröffentlichungen des Brandenburger Umweltministeriums zur Wasserwirtschaft

Das Brandenburger Umweltministerium stellt den Lagebericht 2019 zur kommunalen Abwasserbeseitigung ab sofort online über seine Homepage zur Verfügung. Weiterhin hat die Wasserabteilung des Ministeriums einen 100 Seiten umfassenden Leitfaden zur überarbeiteten Richtlinie zur Unterhaltung von Fließgewässern neu vorgelegt. Seit 1999 wird alle zwei Jahre ein Bericht über die Beseitigung von kommunalen Abwässern und die Entsorgung von Klärschlamm veröffentlicht. Der vorliegende 11. Bericht informiert auf 43 Seiten die Öffentlichkeit über den Stand zum 31. Dezember 2017. Die Angaben des Lageberichts 2019 basieren auf vom Landesamt für Umwelt (LfU) zusammengefassten Daten, die bei den abwasserbeseitigungspflichtigen Gemeinden, Zweckverbänden und Ämtern erhoben und von den zuständigen Wasserbehörden im Jahr 2018 ergänzt wurden.

Brandenburg verfügt heute über ein mehr als 30.000 Kilometer langes Fließgewässernetz mit etwa 80 Prozent künstlichen oder erheblich veränderten Gewässerabschnitten, deren Wasserabfluss durch eine Vielzahl von Schöpfwerken und Stauanlagen beeinflusst wird. Weitgehend natürliche oder naturnahe Gewässer gibt es vorwiegend in naturschutzrechtlich geschützten Landschaftsteilen Brandenburgs. In der nun vorliegenden Richtlinie werden die aktuellen Grundlagen und der gesetzliche Rahmen für die Gewässerunterhaltung in Brandenburg ausführlich dargestellt und erläutert. Ausgehend von der Darstellung der Ziele der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie werden die Besonderheiten der natürlichen Gewässer in Brandenburg herausgestellt und die Anforderungen bei deren Pflege und Entwicklung abgeleitet. Bei künstlichen Gewässern wie Gräben steht die regelmäßige Pflege und hier insbesondere die Sicherung eines ordnungsgemäßen Wasserabflusses im Vordergrund. Die wichtigsten Unterhaltungsmaßnahmen zur Pflege und Entwicklung werden in Steckbriefen mit Hinweisen und Empfehlungen erläutert.

34. Bundeskongress des BWK in Radebeul

Im Jahr 1986 wurde der erste Bundeskongress des BWK im nordrhein-westfälischen Troisdorf ausgerichtet. Seinerzeit wurde entschieden, die jährliche Bundesversammlung aller Mitglieder des BWK in Zusammenhang mit einer Fachtagung durchzuführen, um den fachlichen Ansatz der Verbandstätigkeit stärker in den Fokus zu rücken. Bundeskongresse werden seit dem jährlich alternierend von einem der 10 Landesverbände und dem BWK-Bundesverband ausgerichtet. Im Jahr 2019 findet der 34. Bundeskongress vom 19. zum 20. September im sächsischen Radebeul statt. Themen der 4 Fachforen sind Stoffe in Gewässern und Verwertung von Sedimenten, Hochwasserrisikomanagement und technischer Hochwasserschutz, EU-WRRL und integrierte Gewässerentwicklung sowie Trockenheit 2018 und Klimaanpassungsstrategien.

Erlaubnis für Versickerung von Niederschlägen

Mit dem in Kraft treten einer Freistellungsverordnung werden ab sofort wasserrechtliche Entscheidungen vereinfacht, die im Zuge des Baugenehmigungsverfahrens einzuholen sind. In vielen Fällen wird zukünftig keine Erlaubnis für das Versickerung von Niederschlagswasser mehr erforderlich sein. Ob eine Erlaubnisfreiheit besteht, kann anhand einer einfachen Checkliste überprüft werden. Sie ist über das Internetangebot des Ministeriums unter der Rubrik Gewässerschutz und Wasserwirtschaft / Niederschlagswasser abrufbar.

Die „Verordnung über die erlaubnisfreie Einleitung von Niederschlagswasser in das Grundwasser durch schadlose Versickerung“ ist seit dem 3. Mai 2019 in Kraft. Sie ist im Gesetz- und Verordnungsblattes für das Land Brandenburg, Teil II, Jahrgang 2019, Nummer 32 und im Internet unter http://www.landesrecht.brandenburg.de zu finden.

Auenwald-Renaturierung Rheinsberger Rhin

Um die Vielfalt und die natürliche Schönheit der märkischen Landschaften zwischen Elbe und Oder, Lausitz und Uckermark auch für die kommenden Generationen zu bewahren, hat das Land Brandenburg die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg errichtet. Seit 1995 betreut die Stiftung die Ersatzzahlung im Land Brandenburg. Bis 2022 kümmert sie sich in zehn Projektgebieten in den Landkreisen Prignitz, Ostprignitz-Ruppin, Oberhavel und Dahme-Spreewald um den Erhalt und die Verbesserung von Auen- und Moorwäldern in Brandenburg. So wie unterhalb von Zippelsförde, wo der Rheinsberger Rhin träge durch ein vollständig begradigtes und nahezu strukturloses Gewässerbett fließt. Hier hatte die Stiftung auf 1,2 Kilometer Gewässerlänge zwölf Strömungshindernisse einbauen lassen. Dabei handelt es sich um sogenannte Ausfachungsbuhnen aus Erlen- und Robinienstämmen, die abwechselnd an beiden Ufern fest im Rhin verankert wurden.

150 Jahre Grundwasserbeobachtung in Berlin

Als einzige Millionenmetropole Deutschlands gewinnt Berlin sein Trinkwasser zu 100 Prozent aus dem Grundwasser, fast vollständig auf dem Stadtgebiet. 2018 wurden rund 235 Millionen Kubikmeter gewonnen. Vor 150 Jahren begann der Berliner Baurat James Hobrecht den Grundwasserstand zu messen. Die seit 1869 ununterbrochen gemessenen Grundwassermessreihen sind die ältesten Aufzeichnungen dieser Art in Deutschland. Außerdem werden seitdem auch die Grundwasser- und Bodentemperaturen erfasst. Die historischen Daten bieten heute eine einmalige Möglichkeit, aktuelle Veränderungen im Wasser und Boden zu beurteilen und lassen prognostische Berechnungen zu.  Auf einem Festkolloquium „150 Jahre Grundwasserbeobachtung in Berlin“ wurde über die historische, aktuelle und künftige Entwicklung rund ums Grundwasser informiert. Es wurde ein Bogen von der ersten Grundwasserbeobachtung bis zu den modernen Darstellungsmöglichkeiten hydrogeologischer Daten gespannt und Grundwassergefährdungen beleuchtet, die beispielsweise durch den Sulfat-Eintrag oder Salzwasseraufstieg hervorgerufen werden.

Verleihung des Studienpreises 2019 des BWK-Landesverbandes Brandenburg und Berlin e.V.

Der BWK-Landesverband Brandenburg und Berlin vergibt jährlich einen Studienpreis, mit dem technisch-wissenschaftliche Studienarbeiten gewürdigt werden sollen, die zu den Fachgebieten Wasser- und Abfallwirtschaft oder Kulturbau vorgelegt wurden und in hausragendem Maß theoretische Grundlagen und praktische Anwendung vereinen. Teilnahmeberechtigt sind Studentinnen und Studenten der in den Bundesländern Brandenburg und Berlin ansässigen Studieneinrichtungen. Beim diesjährigen Landeskongress wurde die an der Beuth-Hochschule für Technik Berlin von Frau Linda Neubert vorgelegte Bachelorarbeit „Labortechnische Untersuchungen zum Abfluss über ein breitkroniges Wehr“ ausgezeichnet. Ziel der Arbeit war es, den aktuellen Erkenntnisstand zusammenzustellen sowie anhand von Laborversuchen zweideutige Literaturangaben zu überprüfen.

Überschwemmungsgebiete der Stepenitz und der Dosse festgesetzt

Das Brandenburger Umweltministerium hat die Überschwemmungsgebiete an der Stepenitz und der Dosse und ihrer Zuflüsse  festgesetzt. Die Bekanntmachungen dazu sind am 8. Mai im Amtsblatt für Brandenburg veröffentlicht worden. Die festgesetzten Überschwemmungsgebiete erstrecken sich vor allem auf Feuchtgebiete und landwirtschaftlich genutzte Gebiete. Urbane Gebiete sind nur geringfügig betroffen.