Wasserstand der Oberen Havel

Trotz der ergiebigen Niederschläge in den vergangenen Wochen führen Havel und Spree weniger Wasser als in dieser Jahreszeit üblich. Im Einzugsgebiet der Oberen Havel und der Spree herrscht aufgrund der Trockenheit in den Jahren 2018 und 2019 nach wie vor eine sehr geringe Bodenfeuchte, insbesondere in tieferen Bodenschichten. So liegt der Wasserstand der Müritz, aus der die Havel entspringt, knapp 40 Zentimeter unter dem für das Frühjahr üblichen Pegelstand. Auch die Grundwasserstände im Einzugsgebiet der Havel liegen noch immer deutlich unter dem langjährigen Mittel. Falls ergiebige Niederschläge in diesem Sommer ausbleiben sollten, wäre auch in diesem Jahr mit einem sehr geringen Abfluss der Havel und somit einem Rückgang der Wasserstände in der sogenannten Stauhaltung Spandau (dem Abschnitt zwischen der Schleuse Spandau und der Schleuse Lehnitz) zu rechnen.

Um für die Havel eine zusätzliche Reserve für die Sommermonate zu sichern, wird dieses Jahr die – im Frühjahr übliche – gesteuerte Absenkung des Wasserstandes der Havel um rund 20 Zentimeter ausgesetzt. Eine gesteuerte Absenkung der Wasserstände auf den sogenannten Sommerstau in der Stauhaltung Spandau unterbleibt und der Wasserstand wird ab dem 24. März 2020 soweit wie möglich auf dem so genannten Winterstau gehalten (Wasserstand Spandau Oberpegel von 355 cm / 31,51 m über Normalhöhennull).

Weltwassertag im Zeichen des Klimawandels: Landesweites Niedrigwasserkonzept und Wassermanagement in der Lausitz

Der diesjährige Weltwassertag stand unter dem Motto „Wasser und Klimawandel“. Mit dem Ausstieg aus der Braunkohleverstromung leistet auch Brandenburg einen Beitrag zum Klimaschutz. Damit gehen erhebliche Veränderungen für den Wasserhaushalt der Lausitz einher. Nach der großflächigen Hebung und Einleitung von Grundwasser in die Flussgebiete muss das künftige Wassermanagement optimal an die neuen Gegebenheiten angepasst werden. Außerdem erarbeitet das Umweltministerium ein landesweites Niedrigwasserkonzept. Bereits in den Jahren 2018/2019 waren die Auswirkungen großer Trockenheit in Verbindung mit einer langen Sonnenscheindauer und hohen Temperaturen auf den Wasserhaushalt der bergbaulich beeinflussten Fließgewässer zu beobachten. Die daraufhin kurzfristig eingerichtete länderübergreifende Arbeitsgruppe „Extremsituation“ stimmt Bewirtschaftungsmaßnahmen ab, um ein Trockenfallen der Flussgebiete zu verhindern. Das Umweltministerium arbeitet – entsprechend dem Koalitionsvertrag – an einem landesweiten Niedrigwasserkonzept, das Managementmaßnahmen und flussgebietsbezogene Bewirtschaftungskonzepte beinhalten soll. Für ein flussgebietsbezogenes Niedrigwasserkonzept der bergbaulich geprägten Flussgebiete Spree und Schwarze Elster werden in einem ersten Schritt die Abflüsse der Spree, Schwarzen Elster und Lausitzer Neiße in Zusammenhang mit dem geplanten Braunkohlenausstieg sowie dem Klimawandel durch ein Gutachten untersucht.

Urbane Sturzfluten – Wasserwirtschaft im Zeichen des Klimawandels

Vor dem Hintergrund sich häufender Wetterextreme stellen einerseits Trockenwetterlagen und andererseits plötzliche Starkregenereignisse unterschiedliche Anforderungen an die Infrastruktur. Die Auswirkungen urbaner Sturzfluten sind dabei besonders gravierend, weil die an Fließgewässern etablierten Schutz- und Warnsysteme (Vorwarnzeiten, Deiche und Polder) keinen Schutz gegen innerstädtische Starkregen bieten. Der 27. Landeskongress des BWK-Landesverbandes Brandenburg und Berlin e.V. nimmt sich am 19.06.2020 im InterCiyHotel Schönefeld dieses Themas an und diskutiert in einer hochkarätig besetzten Vortragsfolge Fragen der Entstehung, der Vorhersage und der Vorsorge. Die Jahrestagung richtet sich nicht an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Verwaltungen, aus Ver- und Entsorgungsunternehmen, aus Planungs- und Consultingunternehmen, von Baufirmen und von Verbänden, in deren Verantwortungsbereich die Bewirtschaftung von Regenwasser erfolgt oder geplant wird. Fester Bestandteil aller Landeskongresse des BWK ist eine Fach- und Industrieausstellung, die mit einem Ausstellerforum kombiniert wird. In diesem erhalten die Fachaussteller die Möglichkeit, in Kurzvorträgen Ihre Produkte, Dienstleistungen, Verfahren und Referenzvorhaben rund um das Thema der Fachtagung vorzustellen.

Urbane Sturzfluten – Wasserwirtschaft im Zeichen des Klimawandels

Entwicklung von Starkniederschlägen und Klima
Hintergründe, Risiken, Vorsorge
Modellgestützte Ermittlung von Gefährdungen
Herausforderungen der Stadtentwässerung
Auswirkungen auf die Arbeit der kommunalen Verwaltungen
Schadenerfahrung und Risikobewertung

IFAT 2020 wird verschoben

Aufgrund der zunehmenden Ausbreitung des Coronavirus (COVID-19) in Europa und auf Basis der Empfehlung des Bundesgesundheitsministeriums sowie der Bayerischen Staatsregierung sieht sich die Messe München gezwungen, die IFAT 2020 zu verschieben. Dieser Schritt erfolgt in Absprache mit dem ExecutiveBoard des Ausstellerbeiratssowie den ideellen Trägern und in Verantwortung für die Gesundheit von Ausstellern und Besuchern. Die IFAT2020 wird nun vom 7. bis 11. September 2020 stattfinden. Viele Unternehmen haben die Reisebedingungen für ihre Mitarbeiter massiv verschärft, dazu kommt die persönliche Verunsicherung des Einzelnen sowie die Unwägbarkeit der weiteren Entwicklung. Damit ist der Erfolg der Messe im Mai grundlegend gefährdet.

Fachschau Re-Use und Recycling auf der Bautec 2020

Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz führte nun erstmalig eine Fachschau „Re-Use und Recycling“ auf der Bautec, der Internationalen Fachmesse für Bauen und Gebäudetechnik durch. Gemeinsam mit Partnern zeigte sie auf der Messe, wie eine moderne, ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft bei Baumaßnahmen umgesetzt werden kann. Die Fachschau zielte auf die verstärkte Wiederverwendung und das Recycling von Baustoffen ab, wie sie im geplanten Berliner Abfallwirtschaftskonzept 2020-2030 vorgesehen sind. Dazu gehören unter anderem die Wiederverwendung von Messebaumaterialien, Recycling-Beton, Recycling-Gips und Recycling-Baumsubstraten sowie der Einsatz des nachwachsenden Baustoffes Holz.

Fachkongress InfraSpree – neues Format der Wasserbranche

Nach dem die Entscheidung getroffen wurde, Kongress und Messe Wasser Berlin International einzustellen, fehlte Ausstellern und Besuchern eine Veranstaltungsplattform in der Region. Dieser Mangel soll durch das neue Format „InfraSpree“ beseitigt werden. InfraSpree versteht sich als Fachkräftekongress und will traditionelle Formate von Wasser Berlin International bündeln. So sollen hochkarätige Fachvorträge, Fachausstellungen und Baustellenexkursionen die Lücke, die durch den Wegfall des Berliner Sanierungstages, des Internationalen Leitungsbausymposiums und des Schaustellentags entstanden war, schließen. Dazu sind 3 parallele Vortragsstränge vorgesehen, deren Praxisbezug durch zeitgleich stattfindende Exkursionen unterstrichen wird. Der Schwerpunkt der Veranstaltung liegt dabei auf den Themen Innovation sowie Stand der Technik bei Siedlungswasserwirtschaft und Infrastruktur. Besucherinnen und Besucher des Kongresses können sich über Produkt-, Dienstleistungs- und Geschäftsfeldinnovationen informieren und austauschen.

Da die Wasserwirtschaft, ähnlich wie viele Branchen, einem Mangel an Fachkräften gegenübersteht, bietet der Kongress spezielle Angebote für Studentinnen und Studenten die sich hier nicht nur über das Berufsfeld der Wasserwirtschaft informieren, sondern auch in direkten Kontakt mit späteren Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern treten können.

Fachtagung Geotextilien im Wasserbau – Gefahr für die Umwelt?

Geotextilen und Geokunststoffe werden nicht nur im Wasserbau seit Jahrzehnten als Filter, als Trennlage, zur Dichtung oder zur Verstärkung eingesetzt. In all diesen Anwendungsfällen haben sie sich in der Vergangenheit bewährt. Ihre Anwendung ist in verschiedenen Normen und technischen Vorschriften geregelt. Bei der Verlegung und Nutzung kommen geotextile Materialien in Kontakt mit Wasser und Boden, was die Frage aufwirft, ob die Verwendung von Geotextilien oder Geokunststoffen nachteilige Auswirkungen auf die Schutzgüter haben kann. Die Fachtagung soll einen Überblick darüber geben, welche Materialien bei der Herstellung von Geotextilien verwendet werden und welche Umweltauflagen bei der Produktion und vor dem Inverkehrbringen zu erfüllen sind. Im Weiteren soll ein Überblick über potentielle Auswirkungen gegeben werden, die der Einbau, die Verwendung und der Rückbau von Geotextilien haben können. Schließlich werden  Prüfmethoden und Bewertungsansätze vorgestellt und Alternativen aufgezeigt. Die Fachtagung richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Verwaltungen, aus Planungs- und Consultingunternehmen, von Baufirmen und von Zweckverbänden, in deren Verantwortungsbereich Geotextilen eingesetzt werden, oder der Einsatz von Geotextilien geplant wird.

Aktuelle Karten zu Hochwassergefahren und Hochwasserrisiko ab sofort im Internet

Die Hochwasserrisikomanagementrichtlinie der EU sieht vor, dass die im ersten Umsetzungszyklus erarbeiteten Gefahren- und Risikokarten bis zum 22. Dezember 2019 überprüft und aktualisiert werden. Dabei wurde die im Jahr 2018 aktualisierte Hochwasserrisikobewertung zugrunde gelegt. Die aktualisierten Karten lassen sich nunmehr über die Auskunftsplattform Wasser (APW) einsehen. Dadurch ist eine flexible Ansicht verschiedener Maßstäbe möglich. Während in den Gefahrenkarten das Ausmaß und die Wassertiefe bei den drei Hochwasserszenarien Extremereignis, Hochwasser mit einem Wiederkehrintervall von 100 Jahren und Hochwasser mit einem Wiederkehrintervall von 10 oder 20 Jahren dargestellt ist, beinhalten die Risikokarten mögliche nachteilige Auswirkungen und Betroffenheiten. Dazu zählen die potenziell betroffenen Einwohner, wirtschaftliche Tätigkeit, Anlagen mit hohen Schadstoffpotenzial für die Umwelt, Schutzgebiete (zum Beispiel Trinkwasserschutz- und EU-Vogelschutzgebiete) sowie das UNESCO-Weltkulturerbe. Die Karten wurden im Land Brandenburg auf Basis der entsprechenden Empfehlungen der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser erstellt und länderübergreifend abgestimmt. Die aktualisierten Karten bilden die Grundlage für die im nächsten Schritt bis Ende 2021 zu überprüfenden Hochwasserrisikomanagementpläne

3. BWK Elbetag in Wittenberge

Planungen und Bauvorhaben im Einzugsgebiet unserer Flüsse und Ströme wirken meist weit über die Region hinaus und sind daher immer flussgebietsbezogen zu betrachten, zu bewerten und zu kommunizieren. Dazu hat der Bund der Ingenieure für Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Kulturbau (BWK) unter anderem den Elbetag ins Leben gerufen.

Dabei handelt es sich um eine gemeinsame Fachveranstaltung des BWK – Die Umweltingenieure und der deutschen Elbanrainer-Länder. Ziel der BWK-Elbetage ist, die Themen Klimawandel, Hoch- und Niedrigwasser, Wasserqualität und Ökologie einzugsgebietsbe­zogen darzustellen und zu diskutieren. So soll die Kommunikation von Oberliegern und Unterliegern sowie zwischen den verschiedenen Fachbereichen der Wasserwirtschaft gefördert und unterstützt werden. Abwechselnd durch einen der 6 Landesverbände organisiert, ist die Veranstaltung ein regelmäßiger länderübergreifender Informationsaustausch nationaler und internationaler Experten.

Der 3. BWK-Elbetag wurde vom Landesverband Brandenburg und Berlin ausgerichtet und stand unter der Schirmherrschaft des Ministers für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg. Referentinnen und Referenten der Fachtagung kamen aus allen an der Elbe liegenden Bundesländern, von der Internationalen Kommission zum Schutz der Elbe und der Flussgebietsgemeinschaft Elbe. Diskutiert wurden Fragen des Sedimentmanagements, des Hochwasserschutzes, der Deich- und Gewäserunterhaltung, des Hochwasserrückhalts und des Flußbaus.

NHWSP-Projekt „Optimierung der Nutzung der Havelpolder“

Die Länder Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein und Vertreter von Bundesbehörden haben die Ergebnisse für eines von zwei 2015 gestarteten, länderübergreifenden Projekten des Nationalen Hochwasserschutzprogramms an der Havel zur Entlastung der Elbe – die „Optimierung der Nutzung der Havelpolder“ – in der Region Havelberg vorgestellt. Wesentliche Erkenntnis aus den Untersuchungen der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) unter Mitwirkung der Bundeswasserstraßenverwaltung ist, dass sich der Hochwasserscheitel in der Elbe bei extremen Hochwassern wie im Juni 2013 noch effektiver absenken lässt. Die beim Hochwasser 2013 erzielte Wasserstandsabsenkung von 20 bis 25 Zentimeter allein durch die Wirkung der Havelpolder lässt sich bei einem vergleichbaren Ereignis steigern, indem das Gesamtvolumen von 286 Millionen Kubikmetern der Havelpolder und -niederung zum Rückhalt bei Elbhochwasser besser ausgenutzt wird. Das zweite Projekt in Kooperation mit dem Land Berlin, die Optimierung des Stauregimes der Havel und der Spree wird voraussichtlich im Jahr 2020 fertig gestellt. Im Zusammenspiel beider Vorhaben soll die zur Entlastung der Elbe optimale Nutzung des Rückhaltevolumens im Havelsystem mit bis zu 380 Millionen Kubikmetern geklärt werden. Die zusätzliche Entlastung im Hochwasserfall käme Städten wie Wittenberge, Hitzacker, Dömitz, Neu Darchau, Boizenburg und Lauenburg zugute. Beide Maßnahmen sind Teil des von Bund und Ländern gemeinsam beschlossenen Nationalen Hochwasserschutzprogramms (NHWSP) und werden über den „Sonderrahmenplan Präventiver Hochwasserschutz“ vom Bund mitfinanziert. Seitens des Bundes stehen dafür jährlich 100 Millionen Euro zur Verfügung. Im Elbegebiet sind insgesamt 37 Maßnahmen im NHWSP als gesteuerte Flutpolder und Deichrückverlegungen enthalten.