3. BWK Elbetag in Wittenberge

Planungen und Bauvorhaben im Einzugsgebiet unserer Flüsse und Ströme wirken meist weit über die Region hinaus und sind daher immer flussgebietsbezogen zu betrachten, zu bewerten und zu kommunizieren. Dazu hat der Bund der Ingenieure für Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Kulturbau (BWK) unter anderem den Elbetag ins Leben gerufen.

Dabei handelt es sich um eine gemeinsame Fachveranstaltung des BWK – Die Umweltingenieure und der deutschen Elbanrainer-Länder. Ziel der BWK-Elbetage ist, die Themen Klimawandel, Hoch- und Niedrigwasser, Wasserqualität und Ökologie einzugsgebietsbe­zogen darzustellen und zu diskutieren. So soll die Kommunikation von Oberliegern und Unterliegern sowie zwischen den verschiedenen Fachbereichen der Wasserwirtschaft gefördert und unterstützt werden. Abwechselnd durch einen der 6 Landesverbände organisiert, ist die Veranstaltung ein regelmäßiger länderübergreifender Informationsaustausch nationaler und internationaler Experten.

Der 3. BWK-Elbetag wurde vom Landesverband Brandenburg und Berlin ausgerichtet und stand unter der Schirmherrschaft des Ministers für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg. Referentinnen und Referenten der Fachtagung kamen aus allen an der Elbe liegenden Bundesländern, von der Internationalen Kommission zum Schutz der Elbe und der Flussgebietsgemeinschaft Elbe. Diskutiert wurden Fragen des Sedimentmanagements, des Hochwasserschutzes, der Deich- und Gewäserunterhaltung, des Hochwasserrückhalts und des Flußbaus.

NHWSP-Projekt „Optimierung der Nutzung der Havelpolder“

Die Länder Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein und Vertreter von Bundesbehörden haben die Ergebnisse für eines von zwei 2015 gestarteten, länderübergreifenden Projekten des Nationalen Hochwasserschutzprogramms an der Havel zur Entlastung der Elbe – die „Optimierung der Nutzung der Havelpolder“ – in der Region Havelberg vorgestellt. Wesentliche Erkenntnis aus den Untersuchungen der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) unter Mitwirkung der Bundeswasserstraßenverwaltung ist, dass sich der Hochwasserscheitel in der Elbe bei extremen Hochwassern wie im Juni 2013 noch effektiver absenken lässt. Die beim Hochwasser 2013 erzielte Wasserstandsabsenkung von 20 bis 25 Zentimeter allein durch die Wirkung der Havelpolder lässt sich bei einem vergleichbaren Ereignis steigern, indem das Gesamtvolumen von 286 Millionen Kubikmetern der Havelpolder und -niederung zum Rückhalt bei Elbhochwasser besser ausgenutzt wird. Das zweite Projekt in Kooperation mit dem Land Berlin, die Optimierung des Stauregimes der Havel und der Spree wird voraussichtlich im Jahr 2020 fertig gestellt. Im Zusammenspiel beider Vorhaben soll die zur Entlastung der Elbe optimale Nutzung des Rückhaltevolumens im Havelsystem mit bis zu 380 Millionen Kubikmetern geklärt werden. Die zusätzliche Entlastung im Hochwasserfall käme Städten wie Wittenberge, Hitzacker, Dömitz, Neu Darchau, Boizenburg und Lauenburg zugute. Beide Maßnahmen sind Teil des von Bund und Ländern gemeinsam beschlossenen Nationalen Hochwasserschutzprogramms (NHWSP) und werden über den „Sonderrahmenplan Präventiver Hochwasserschutz“ vom Bund mitfinanziert. Seitens des Bundes stehen dafür jährlich 100 Millionen Euro zur Verfügung. Im Elbegebiet sind insgesamt 37 Maßnahmen im NHWSP als gesteuerte Flutpolder und Deichrückverlegungen enthalten.

BWK-Landesverband Brandenburg und Berlin startet Aktion “Mitglieder werben Mitglieder”

Der BWK ist Deutschlands führendes Netzwerk für Techniker, Ingenieure und Wissenschaftler aller Disziplinen des Umweltingenieurwesens. Gegründet im Jahr 1904 ist er auch heute noch der Fach- und Berufsverband für mehr als 3.500 persönliche und über 400 fördernde Mitglieder aus der öffentlichen Verwaltung, aus Hoch- und Fachschulen, von Forschungseinrichtungen und Instituten, aus Verbänden, Ingenieur- und Consultingunternehmen, Baufirmen und Industrieunternehmen. Im BWK finden sich Studierende, Berufseinsteiger, Berufserfahrene und Ruheständler. Durch berufsbegleitende Fortbildung, eine Fachzeitschrift und technisch-wissenschaftliche Arbeit erhalten Mitglieder des BWK schon heute Zugang zu Trends, Entwicklungen und Technologien von morgen. Und das in einem Verband, der keinen wirtschaftlichen Geschäftszweck verfolgt, sondern nur den Interessen seiner Mitglieder verpflichtet ist.

Sind Sie bereits Mitglied unserer BWK-Familie und von den Vorteilen des BWK überzeugt? Dann empfehlen Sie uns doch weiter.

Als Dank erhalten Sie ausnahmsweise mal kein Bügeleisen und auch keine Kaffeemaschine, sondern eine einjährige kostenfreie Mitgliedschaft in unserem Landesverband.

70. Bundesversammlung des BWK in Radebeul

Im Tagungszentrum der Sächsischen Wirtschaft fand am 19.09.2019 die 70. Bundesversammlung des BWK statt. Delegierte der 10 BWK-Landesverbände diskutierten die Zukunft unseres Verbandes. Neben verbandlichem Tagesgeschäft, wie der Rechenschaftslegung und der Vorstellung des Haushaltes, ging es vor allen Dingen um die Neuaufstellung des Bundesverbandes und der Bundesgeschäftsstelle. In dieser werden zukünftig erstmals Elemente der bewährten ehrenamtlichen Verfasstheit des BWK mit hauptamtlicher Organisation des Geschäftsbetriebs verknüpft. Dies, und eine Neureglung der Stellung der Landesverbände als Mitglieder des Bundesverbandes, führte zu umfangreichen Änderungen an der Satzung des BWK-Bund, die einstimmig verabschiedet wurden. Neu ist ebenfalls, dass der BWK eine Softwarelösung für die Verwaltung einführt, die ein professionelles Management der Veranstaltungen des BWK möglich macht.

Rieselfeldlandschaft Hobrechtsfelde erhält Auszeichnung als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt

Die Rieselfeldlandschaft Hobrechtsfelde erhielt am 22.08.2019 als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt eine Auszeichnung. Diese Auszeichnung wird an vorbildliche Projekte verliehen, die sich in besonderer Weise für den Erhalt der biologischen Vielfalt in Deutschland einsetzen. Die Würdigung nahmen Umweltminister Jörg Vogelsänger für Brandenburg und Dr. Michael Gödde, Leiter des Referates Naturschutz, Landschaftsplanung und Forstwesen in der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, für Berlin vor. Den Projektpartnern Berliner Forsten und Naturpark Barnim ist es gelungen, dauerhaft Synergien zwischen Naturschutz, Forstwirtschaft und stadtnaher Erholung zu etablieren. Aus aufgeforsteten ehemaligen Rieselfeldern entwickelte sich durch Beweidung und Wiedervernässung eine artenreiche, halboffene Waldlandschaft. Mit dem Projekt wird auch die Erhaltung der biologischen Vielfalt umgesetzt. Im Ergebnis ist bereits jetzt die Artenanzahl der Tier- und Pflanzenarten gestiegen. Im Projektgebiet leben 107 Brutvogelarten, darunter landes- und bundesweit gefährdete Arten wie Krick- und Löffelente, Braunkehlchen, Raubwürger, Wachtelkönig, Wendehals und Zwergdommel. Von der Wiedervernässung und Renaturierung profitieren außerdem Reptilien, Amphibien und Insekten.

Auswirkungen der Schadstoffbelastung des Rummelsburger Sees auf Luftqualität und Umwelt untersucht

Der Rummelsburger See weist aufgrund seiner historischen industriellen Nutzungsgeschichte eine starke Belastung des Seegrundes mit Schadstoffen wie Schwermetallen, Polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) und Mineralölkohlenwasserstoffen (MKW) auf. Das Ausmaß dieser Belastung ist in den vergangenen Jahren durch die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz und die Freie Universität Berlin (Forschungsprojekt RuBuS) intensiv untersucht worden. Um darüber hinaus zu untersuchen, ob sich die Sedimentbelastung auf die Luftqualität auswirkt und zu einer Gesundheitsgefährdung für den Menschen führen kann, hat die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz das Fraunhofer Institut für Toxikologie und experimentelle Medizin (ITEM) und das Fraunhofer Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie (IME) mit einer sogenannten Expositionsanalyse zur gesundheitlichen Risikobewertung beauftragt.

Das Ergebnis der Untersuchungen liegt nun vor. Die wichtigste Botschaft: Der Aufenthalt, das Wohnen oder Freizeitaktivitäten am oder auf dem See (z.B. Segeln) sind nach Bewertung der Ergebnisse gesundheitlich unbedenklich. Dennoch gibt es einige Einschränkungen. So wird von einem, insbesondere täglichen Verzehr, von im See geangelten Fischen abgeraten. Denn insbesondere in fettreichen Fischen, wie z.B. dem Aal, können sich gesundheitsschädigende Substanzen anreichern. Darauf weisen die Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg und Lichtenberg hin, auf deren Gebiet der Rummelsburger See liegt und die für den umweltbezogenen Gesundheitsschutz zuständig sind.

Hochwasserschutz im Oderbruch

Nach den Binnenhochwässern im Oderbruch zwischen 2008 und 2011 galt das Augenmerk der Landesregierung der Erhöhung der Abflussleistung der Vorfluter. Die Volzine, ein Hauptvorfluter im Oderbruch, nimmt eine Schlüsselstellung im Fall eines eintretenden Hochwassers ein. Der heute übergegebene Abschnitt war vor Durchführung der Maßnahme eine Engstelle für die Wasserabführung. Durch die gezielte Verbreiterung wurde die Abflussleistung im Hochwasserfall erhöht.

Entlang des 810 Meter langen Bauabschnitts entnahm die Baufirma IWT GmbH Frankfurt (Oder) im Auftrag des Landesamts für Umwelt 1.800 Kubikmeter Sediment von der Gewässersohle. Zur Verbreiterung des Gewässers wurden weitere 6.600 Kubikmeter Boden abgebaggert. Mit Steinschüttungen und abschnittsweise verlegten Faschinen wurde der Böschungsfuß gesichert und einer schnellen Wiederverlandung entgegengewirkt. Auch die umfangreichen Pflanzungen entlang der Volzine ergänzen die Sicherungsmaßnahmen und haben zudem einen positiven Effekt für den Naturschutz.

Die Maßnahme steht im Zusammenhang mit weiteren Vorhaben zur Verbesserung des Abflussvermögens an den Gewässern I. Ordnung im Oderbruch und wurde im Rahmen des Sonderprogramms Oderbruch aus EU- und Landesmitteln finanziert. Die Baukosten für die Maßnahme belaufen sich auf rund 1,8 Millionen Euro. Die langen Trockenperioden 2018 und 2019 beschleunigten das Bauprojekt, so dass die Maßnahme vorzeitig abgeschlossen werden konnte.

Veröffentlichungen des Brandenburger Umweltministeriums zur Wasserwirtschaft

Das Brandenburger Umweltministerium stellt den Lagebericht 2019 zur kommunalen Abwasserbeseitigung ab sofort online über seine Homepage zur Verfügung. Weiterhin hat die Wasserabteilung des Ministeriums einen 100 Seiten umfassenden Leitfaden zur überarbeiteten Richtlinie zur Unterhaltung von Fließgewässern neu vorgelegt. Seit 1999 wird alle zwei Jahre ein Bericht über die Beseitigung von kommunalen Abwässern und die Entsorgung von Klärschlamm veröffentlicht. Der vorliegende 11. Bericht informiert auf 43 Seiten die Öffentlichkeit über den Stand zum 31. Dezember 2017. Die Angaben des Lageberichts 2019 basieren auf vom Landesamt für Umwelt (LfU) zusammengefassten Daten, die bei den abwasserbeseitigungspflichtigen Gemeinden, Zweckverbänden und Ämtern erhoben und von den zuständigen Wasserbehörden im Jahr 2018 ergänzt wurden.

Brandenburg verfügt heute über ein mehr als 30.000 Kilometer langes Fließgewässernetz mit etwa 80 Prozent künstlichen oder erheblich veränderten Gewässerabschnitten, deren Wasserabfluss durch eine Vielzahl von Schöpfwerken und Stauanlagen beeinflusst wird. Weitgehend natürliche oder naturnahe Gewässer gibt es vorwiegend in naturschutzrechtlich geschützten Landschaftsteilen Brandenburgs. In der nun vorliegenden Richtlinie werden die aktuellen Grundlagen und der gesetzliche Rahmen für die Gewässerunterhaltung in Brandenburg ausführlich dargestellt und erläutert. Ausgehend von der Darstellung der Ziele der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie werden die Besonderheiten der natürlichen Gewässer in Brandenburg herausgestellt und die Anforderungen bei deren Pflege und Entwicklung abgeleitet. Bei künstlichen Gewässern wie Gräben steht die regelmäßige Pflege und hier insbesondere die Sicherung eines ordnungsgemäßen Wasserabflusses im Vordergrund. Die wichtigsten Unterhaltungsmaßnahmen zur Pflege und Entwicklung werden in Steckbriefen mit Hinweisen und Empfehlungen erläutert.

34. Bundeskongress des BWK in Radebeul

Im Jahr 1986 wurde der erste Bundeskongress des BWK im nordrhein-westfälischen Troisdorf ausgerichtet. Seinerzeit wurde entschieden, die jährliche Bundesversammlung aller Mitglieder des BWK in Zusammenhang mit einer Fachtagung durchzuführen, um den fachlichen Ansatz der Verbandstätigkeit stärker in den Fokus zu rücken. Bundeskongresse werden seit dem jährlich alternierend von einem der 10 Landesverbände und dem BWK-Bundesverband ausgerichtet. Im Jahr 2019 findet der 34. Bundeskongress vom 19. zum 20. September im sächsischen Radebeul statt. Themen der 4 Fachforen sind Stoffe in Gewässern und Verwertung von Sedimenten, Hochwasserrisikomanagement und technischer Hochwasserschutz, EU-WRRL und integrierte Gewässerentwicklung sowie Trockenheit 2018 und Klimaanpassungsstrategien.

Erlaubnis für Versickerung von Niederschlägen

Mit dem in Kraft treten einer Freistellungsverordnung werden ab sofort wasserrechtliche Entscheidungen vereinfacht, die im Zuge des Baugenehmigungsverfahrens einzuholen sind. In vielen Fällen wird zukünftig keine Erlaubnis für das Versickerung von Niederschlagswasser mehr erforderlich sein. Ob eine Erlaubnisfreiheit besteht, kann anhand einer einfachen Checkliste überprüft werden. Sie ist über das Internetangebot des Ministeriums unter der Rubrik Gewässerschutz und Wasserwirtschaft / Niederschlagswasser abrufbar.

Die „Verordnung über die erlaubnisfreie Einleitung von Niederschlagswasser in das Grundwasser durch schadlose Versickerung“ ist seit dem 3. Mai 2019 in Kraft. Sie ist im Gesetz- und Verordnungsblattes für das Land Brandenburg, Teil II, Jahrgang 2019, Nummer 32 und im Internet unter http://www.landesrecht.brandenburg.de zu finden.